Bessere Fotos – Kreativ mit geschultem Auge
Grundlegend ist zu sagen: Der Fotograf und nicht etwa seine Ausrüstung erzielt die gelungenen Aufnahmen.
Skizzierte Aufnahmen
Die Komposition eines Bildes beginnt mit dem sehen lernen und Kombinieren von Bildstrukturen und Linien. Ein gutes Werkzeug sind kleine Skizzen, die während der Fotosafari mit einem kleinen Taschenblock und einem Bleistift angefertigt werden können. So hat eigentlich fast jeder Fotograf angefangen, aber nur, weil die Skizzen aus dem Kopf und den Gedanken zu Anfang noch nicht so geübt möglich sind. Vor einigen Jahren habe ich mal einen Fotokurs belegt in dem ich u.a. gelernt habe, den Bildaufbau in Farben, Töne und Schattengrenzen aufzuteilen. Hierbei gilt, füge dem Bildaufbau bis zu acht Linien hinzu, bis damit die angesprochen Farben, Schattengrenzen und Töne grob skizziert sind. Ihr könnt Euch jetzt vorstellen, dass so etwas zum Anfang und ungeübt aus dem Kopf nicht geht. Die wichtigsten Linien für den Bildaufbau sind die Unterteilungen zwischen dem hell und dunkel. Dabei ist darauf zu achten, dass auf jeden Fall fast immer der Horizont mit erfasst werden sollte. Will man einem Bild z.B. “Weite” verleihen, sollte der ober Bildanteil mit viel Himmel versehen sein, also 55% Himmel im oberen Bildteil und 45% Motiv im unteren Bildteil. Ich übe immer wieder an guten Bildern und Motiven und versuche in Gedanken oder mit geschlossenen Augen zu skizzieren. Das Thema der Bild-Skizzierungen gilt im Übrigen auch für die Nachtfotografie.
Weniger ist oftmals mehr
Eine Gemeinsamkeit aller großen Fotografien ist die Tatsache, dass oftmals viele kleine Bildbereiche in einem großen Foto das eigentliche Foto “verwässern”. So gilt hier das Motto der Überschrift “Weniger ist oftmals mehr”.Der Mensch kann psychologisch ein Foto mit weniger Bildbereichen besser interpretieren als ein verwässertes Bild mit hektischem Bildaufbau. Rein statistisch sind die richtig guten und großen Fotos genau die, mit einem schlichten Bildaufbau und relativ wenig Bildbereichen. Halt weil der Mensch scheller und einfacher interpretieren kann. Ein weiteres Thema mit dem ich mich in meinem damaligen Fotokurs beschäftigt habe, ist die Tatsache, dass ein Bild immer ein Thema haben sollte. Bedeutet, wenn eine gedankliche Skizze, wie oben beschrieben, erstellt ist und der Bildaufbau klar definiert ist, sollten nicht allzu viele Bildanteile sich in einem Motiv befinden, denn genau die lenken vom eigentlichen Bildthema ab. Somit schließt sich also der Kreis immer wieder.
Fazit
Sicherlich ist eine solide und gute Fotoausrüstung ein “Muss”! Aber ein fotografisch geübtes Auge ist noch viel wichter als alles Andere. Ich habe lange Jahre mit der Fotografie ausgesetzt und fotografiere jetzt wieder aktiv mit meiner Nikon D90 seit ca. 3 Monaten. Und ja, es fällt mir oftmals schwer, das Motiv richtig zu wählen. Sicherlich ist das Grundwissen noch vorhanden, aber die Übung und Routine der Skizzierung ist mit den Jahren etwas auf der Strecke geblieben. Ich habe jetzt, wie in den Anfängen, mal wieder einen kleinen Taschenblock in meinen Lewopro Fotorucksack gesteckt und werde hin und wieder nicht nur in Gedanken skizzieren.
Posted in : thovei's blog | 3 Comments »